Saxifraga berica der Berici-Steinbrech

Saxifraga berica D.A.Webb

Der Berici-Steinbrech hat seinen natürlichen Lebensraum in den Berici-Hügeln bei Vicenza in Norditalien, wo er als seltener Endemit bevorzugt schattige Kalkfelswände und kühle Höhleneingänge besiedelt. Für die Gartenkultur benötigt die Pflanze einen geschützten, schattigen Platz mit hoher Luftfeuchtigkeit, idealerweise in den Fugen einer Kalksteinmauer oder in einem speziellen Alpinhaus. Die Pflege verlangt nach einem sehr gut durchlässigen, kalkreichen Substrat, das gleichmäßig feucht gehalten werden muss, wobei Staunässe unbedingt zu vermeiden ist.



Saxifraga berica wurde lange Zeit lediglich als eine Varietät des Felsen-Steinbrechs betrachtet und unter dem Namen Saxifraga petraea var. berica (Béguinot) geführt. Heute gilt sie jedoch als eigenständige Art, da sie sich durch ihre dauerhaft ausdauernde (perennierende) Lebensweise und ihre charakteristisch asymmetrischen Blütenblätter deutlich von der eher kurzlebigen Saxifraga petraea unterscheidet. Zudem ist sie als Endemit geografisch strikt auf die Berici-Hügel in Norditalien begrenzt, während Saxifraga petraea ein größeres Verbreitungsgebiet in den Südostalpen besiedelt.




Im Bild zu sehen: Saxifraga berica, S. irrigua sowie die Hybride S. petraea x S. irrigua.


Besonders faszinierend finde ich die Möglichkeit einer Dreifach-Kreuzung, die das Erbgut aller drei Arten in sich vereint. Ein spezifisches Exemplar, dessen Mutterpflanze Saxifraga petraea war, zeigt genau diese Merkmale: Die Kronblätter ähneln S. berica, sind jedoch – im Gegensatz zu den typischen S. berica-Blüten – asymmetrisch angeordnet. Gleichzeitig deuten die stattliche Größe der Pflanze und die tief eingeschnittenen Grundblätter stark auf den Einfluss von S. irrigua hin.

Eine wesentliche Beobachtung, die alle bisherigen Hybriden aus diesen drei Arten teilen, ist ihre Lebensdauer: Bislang waren sämtliche Kreuzungen ausnahmslos zweijährig (bienen) – ein Merkmal, das sie vom langlebigeren S. berica unterscheidet.